Bleikuhlen, Blankenrode

Galmeiveilchen in Blankenrode Diese Bleikuhlen liegen über einer 12 km messenden Erdverwurfslinie, die sich von Westheim an der Diemel über Blankenrode, am Westrand des Oberlaufs der Altenau entlang bis zum Huser Klee (Berghöhe zwischen Husen und Holtheim) erstreckt.

Am höchsten Punkt der Verwurfslinie (400 m) treten Erze zutage. Der offene Graben ist heute etwa 300 m lang, 50 m breit und etwa 4-12 m tief. Die vorkommenden Gesteinsmassen der Trias-, Jura- und Kreideformation enthalten Blei-, Galmei- (Zink-), Brauneisen- und Schwefeleisenerze nebst Eisenoxydhydraten, Schwefelkies und geringe Spuren Kupfer. Die Bleikuhlen gehörten ehemals nicht zu Blankenrode, sondern zu dem "Mederikschen Hof", der zu Sevede zählte. In der späteren Zeit besaßen Warburg und Dalheim den Grundbesitz der Bleikuhlen. Erst seit 1480 ist der Bergbau quellenmäßig belegt. Das Bergregal besaß seit 1495 der Graf von Waldeck. Die Bleierzgewinnung geschah zuerst im Tagebau. Sie erstreckte sich ursprünglich auf Blei, daher Blykaulen. Viel später wurde nach Galmei gegraben. 1544 kam es wegen des Erzabbaus zum Streit zwischen Paderborn und Waldeck. Der Graf von Waldeck hielt sich für den Lehnsherren und ließ die Bergleute mit einem Aufgebot von den Gruben vertreiben. Die Grubenbesitzer wechselten oft; zwischendurch lagen die Gruben still. Aus dem vorigen Jahrhundert stammen auch die heute noch sichtbaren Stollen und sonstigen Schachtanlagen. Der Schacht war an seiner tiefsten Stelle 40 m tief. Die erste Sohle befand sich auf 15 m unter Tage, die Zweite lag weitere 15 m tiefer und lieferte bestes Erz. Die Länge des jetzt zugefallenen Stollens beträgt 900 m. Das Erz wurde auf Halden sortiert, im nahen Wäschebach gewaschen und dann nach Westheim geschafft. Die Bleikuhlen bieten für Botaniker eine reiche Pflanzenwelt (Galmeiveilchen, Frühlingsmeirich und die seltene Quell- und Gänsekresse). Bei den Galmeiveilchen (Viola Calaminaria Westfalica) handelt es sich um das einzige Vorkommen weltweit.

Bleikühlen in Blankenrode