RWTH Aachen und die Stadt Lichtenau ziehen Zwischenbilanz

 

 

Bildunterschrift: von links Prof. Schelenz; Lukas Blickwedel, Laura Stößel (alle RWTH Aachen), Dominic Nailis (BET), Hermann Dickgreber, Günter Voß, Daniel Vogt (Westnetz GmbH)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 Unter dem Titel ArkESE . – Auslegung robuster kommunaler Energiesysteme auf Basis erneuerbarer Energien-  ist Anfang des Jahres ein insgesamt dreijähriges Verbundprojekt gestartet. Projektträger ist die RWTH Aachen, die mit Unterstützung der BET (Büro für Energiewirtschaft und technische Planung), der Energieagentur NRW, dem Kreis Steinfurt und der Stadt Lichtenau ein zukunftsweisendes, übertragbares Modell auch für andere Kommunen schaffen wollen.

Worum geht es? Durch ihr hohes Potential in erneuerbare Energiebereitstellung rücken ländliche Kommunen mehr und mehr in den Fokus, wenn es um die Bereitstellung erneuerbarer Energien geht. Bei heutigen „Energiekommunen“ und ihren Energiesystemen, so Laura Stößel von der RWTH Aachen, wird in der Regel ein bilanzieller Ausgleich angestrebt. Eine Berücksichtigung der Versorgungskapazitäten sowie Abstimmung von Erzeugung und Verbrauch findet nicht statt. Die Entwicklung von strukturierten und ganzheitlichen Energiesystemen mit möglichst zeitlich ausgeglichener Erzeugungs-Verbrauchsbilanz ist daher ein wichtiger Schritt. Dabei reduziert die lokale Nutzung der erneuerbaren Energien die Lasten im Übertragungsnetz und kann damit die Probleme des notwendigen Netzausbaus entschärfen. 

Welches Ziel wird verfolgt? Nach Prof. Dr. –Ing. Ralf Schelenz ist es das Ziel eine Methode zur Beratung von deutschen Kommunen in Hinblick auf den Ausbau von lastganggerechten, d.h. mit dem Verbrauch abgestimmten, und netzverträglichen Energiesystemen auf Basis von erneuerbaren Erzeugungskapazitäten zu entwickeln.

Ende Oktober fanden sich nun die Projektverantwortlichen zu einem Arbeitstreffen im Technologiezentrum für Zukunftsenergien ein, um erste Ergebnisse zu diskutieren. Innerhalb der ersten 9 Monate des Projektes wurden entsprechende Daten erhoben und sowohl in den technischen als auch im gesamtgesellschaftlichen Kontext gestellt. Hermann Dickgreber, der Geschäftsführer der Stadtwerke und Günter Voß, Klimaschutzmanager der Stadt Lichtenau, die dieses Projekt von Seiten der Stadt Lichtenau begleiten, haben nun zur Verbesserung der Datenerhebung den Netzbetreiber Westnetz eingebunden. Daniel Vogt, der für den regionalen Netzbetrieb der Westnetz GmbH zuständig ist, signalisierte eine vertrauensvolle Zusammenarbeit und kündigte seine Unterstützung zum Gedeihen des Projektes an.

 

 

Zum jetzigen Zeitpunkt ist es dem beharrlichen Bestreben der Stadtwerke Lichtenau zu verdanken, dass die Wissenschaftler der RWTH qualifizierte Daten zur Verfügung gestellt bekamen um daraus ein allgemeingültiges Modell zukünftiger Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien abzuleiten. Es wurde schon frühzeitig zu Beginn des Projektes  klar, dass alle Beteiligten empirisches Neuland betreten würden und neue Wege ausloten mussten. In diesem Zusammenhang sieht sich Geschäftsführer Dickgreber perspektivisch auch als Stromnetzbetreiber oder Partner des Konzenssionsnehmers, was eine weitere signifikante Erweiterung des Geschäftsmodells der Stadtwerke bedeuten würde.

 

Zum Abschluss besuchten alle Beteiligten das neue, fußläufig gelegene Schulungszentrum der Firma ENERCON und zeigten sich beeindruckt von den Möglichkeiten der Windenergienutzung, die hier geboten werden. Trainer und Schulungsfachmann Markus Münstermann erläuterte neben Sicherheitsaspekten und Live-Simulationen auch alle Schulungsobjekte wie die riesige Gondel und diverse technische Details. Überdies bekam die Delegation einen Einblick in die Schulungs- und Konferenzstätten, die in regionaler Verbundenheit die Namen Lichtenauer Ortsteile wie Dalheim, Husen und Atteln tragen. Mit sichtbarem Stolz verwies ENERCON Mitarbeiter Münstermann auch auf den eleganten Shop, das Bistro und die diversen Wohlfühloasen, die den Gästen neben der Arbeit auch ein wenig Entspannung bieten.