Lichtenauer Wissen auch in Kopenhagen gefragt

 

von links: Hermann Dickgreber (Stadtwerke Lichtenau), Sabrina Schmitt (BayWa r.e), Bürgermeister Josef Hartmann, Maurice Stöver (Masterabsolvent), Günter Voß (Klimaschutzmanager)

 

 

Der Wissenstransfer in den Bereichen Erneuerbare Energien und Energieeffizienz spielen in der Energiestadt Lichtenau eine immer größere Rolle. Regional, national aber auch international wird die Entwicklung der Kommune mit großem Interesse wahrgenommen.

 

Im Sommer 2017 besuchte die japanische Studentin und Absolventin der renommierte Chuo Universität in Tokio, Marina Yamanda, die Kommune im südlichen Paderborner Land um direkte Erfahrungswerte zu erneuerbaren Energien zu erhalten. Heute arbeitet die junge Frau im japanischen Umweltministerium. Im Jahr 2019 gab es ein groß angelegtes Studienprojekt der Stadt Lichtenau zusammen mit der Studentenorganisation AISEC. 5 Studierende aus der Ukraine, Italien, Indien, Marokko und der Türkei forschten 6 Wochen lang im TZL im Gebiet der erneuerbaren Energien. Seit Beginn des Jahres 2019 läuft das dreijährige Projekt ArkESE „Auslegung robuster, kommunaler Energiesysteme auf Basis erneuerbarer Energien“ mit der Rheinisch Westfälischen Universität Aachen (RWTH). Ziel soll es sein einen Masterplan auch für andere Kommunen zu entwickeln die regenerative Energiewende planbarer und belastungsfreier zu gestalten.

 

Der neuste Akt im wissenschaftlichen Energiereigen mit dem Titel „Die Welt zu Gast in Lichtenau“ spielt der Studienabsolvent Maurice Stöver aus Rendsburg, der an der dänischen „Copenhagen Business School“ seinem Masterabschluss zum Thema „Soziale Akzeptanz von Windenergie zu Lande“ verwirklicht und die Energiestadt Lichtenau modellhaft untersucht. Seit Anfang März wird er inhaltlich vom Klimaschutzmanager, Günter Voß, betreut. Um sich ein Bild vor Ort zu machen, besuchte er nun drei Tage die Energiestadt und führte wissenschaftliche Interviews mit einigen Protagonisten der Lichtenauer Entwicklung durch. Bürgermeister Josef Hartmann machte den Auftakt gefolgt vom Stadtwerkegeschäftsführer Hermann Dickgreber. Ferner wurde Willi Pauli von der Planungsgesellschaft Hassel, Matthias Wiegard, Standortleiter der Firma ENERCON und der Klimaschutzmanager der Stadt Lichtenau befragt.

 

Für Bürgermeister Josef Hartmann und Stadtwerke Geschäftsführer Hermann Dickgreber ist die Unterstützung von jungen Wissenschaftlern, Studenten und Schülern ein persönliches Anliegen, denn so Hartmann: „Die jungen Leute tragen signifikant dazu bei, die ambitionierten Klimaziele zu erreichen und die Energiewende voranzutreiben“. Für Maurice Stöver war es ein großes Bestreben keine rein theoretische Arbeit zu verfassen, sondern praxisnah die Gegebenheiten vor Ort zu begutachten und „Live und in Farbe“ zu sehen. In enger Absprache mit seiner dänischen Fachbereichstutorin wurde ein Handlungsplan erarbeitet. Bei seiner medialen Recherche machte Stöver eine für ihn zunächst überraschende Entdeckung, denn O-Ton „Viele Analysen und Berichterstattungen über Windanlagen zu Land gehen eher in die negative Richtung, das ist im Fall der Stadt Lichtenau anders und hat mich stark interessiert.“