Vorstellung des Wirtschaftswegekonzepts

 


 


Die Stadt Lichtenau erarbeitet derzeit in Zusammenarbeit mit der Ge-Komm GmbH - Gesellschaft für kommunale Infrastruktur - aus dem Osnabrücker Land ein ländliches Wegenetzkonzept zur Stärkung des kommunalen Außenbereichs. Ziel war es, in der Stadt Lichtenau unter Einbeziehung der relevanten örtlichen Akteure ein zukunftsfähiges und bedarfsgerechtes Wirtschaftswegenetz zu planen. Weiter werden Handlungsoptionen für Investitionsentscheidungen und für die dauerhafte Unterhaltung der Wege aufgezeigt.

Das Vorhaben wurde seitens der Bezirksregierung Detmold mit Mitteln der Europäischen Gemeinschaft, des Bundes und des Landes gefördert.

In einem ersten Schritt wurde in den vergangenen Monaten ein Konzept-Entwurf als Diskussionsgrundlage erarbeitet. Dazu wurden sämtliche öffentlichen und privaten Wege entsprechend ihrer Bedeutung und Funktion klassifiziert:

  • Welche Wege und Brückenbauwerke sind für die Stadt unverzichtbar und haben eine hohe Priorität?
  • Welche Wege könnten im Standard gesenkt, ökologisch aufgewertet oder sogar gänzlich aufgegeben werden?
  • Welche Wege sind für die Allgemeinheit entbehrlich und könnten einzelnen Interessenten oder Nutzergruppen zur Verfügung gestellt werden?

Die erarbeiteten Ergebnisse wurden der Öffentlichkeit in einer Abschlussveranstaltung im Technologiezentrum vorgestellt.

Das weit verzweigte Wirtschaftswegenetz der Stadt Lichtenau umfasst über 860 km, davon hat die Stadt ca. 450 km zu unterhalten. Die weitern 410 km befinden sich in Privatbesitz.

Herr Schwarz von der Fa. Ge-Komm beurteilte die Beschaffenheit der städtischen Wirtschaftswege überwiegend als gut. Bei 70 % der Wege seien lediglich Einzelmaßnahmen erforderlich, bei 8,5 % der Wege bestehe gar kein Sanierungsbedarf. In seinen weiteren Ausführungen stellte Schwarz den Besuchern die erarbeiteten Handlungsempfehlungen vor. So seien 22 km des Wegenetzes in den nächsten fünf Jahren zu sanieren. Weitere 4,5 km bedürfen einer mittelfristigen Sanierung. Die Gesamtkosten belaufen sich nach seiner Schätzung auf ca. 11 Millionen Euro. Im Langfristbereich (bis 20 Jahre) sei mit weiteren Kosten von 10 Millionen Euro zu rechnen.

Schwarz schlug zur Finanzierung der Maßnahmen verschiedene Möglichkeiten vor. Unter anderem verwies er auf ein Förderprogramm des Landes NRW zur Modernisierung ländlicher Infrastruktur. Ein entsprechender Förderantrag könne, nach Genehmigung des erstellten Wirtschaftswegekonzeptes durch die Bezirksregierung, gestellt werden. Projekte in der Stadt Lichtenau könnten mit einem Fördersatz von 70 % maximal 500.000,00 € bezuschusst werden. Das Land NRW habe im Jahr 2020 ein Volumen von 6 Millionen Euro für die Kommunen in NRW bereit gestellt.