St. Annenkapelle Husen

Am Zusammenfluß von Altenau und Holtheimer Wasser stößt der Wanderer im Wiesental auf eine ansehnliche Barockkapelle. Es handelt sich bei dem Gotteshaus um die Amerunger Kapelle oder schlicht . Der heutige Bau wurde 1669 anstelle der verfallenen Vorgängerkirche von Fürstbischof Ferdinand von Fürstenberg errichtet. Der einschiffige Raum ist mit einem verputzten Holztonnengewölbe versehen. Der barocke Hochaltar ist einige Jahre älter als die Kapelle. Sein Bild, Sankt Anna, ihren Mann Joachim und die Tochter Maria darstellend, stammt von 1674. Alljährlich am ersten Augustsonntage ist die Kapelle das Ziel vieler Wallfahrer aus dem Soratgau und dem Sintfelde.

Annenkapelle Annenkapelle

 

 

 

 


Amerungen gehört zu den vielen Wüstungen (untergegangene Dörfer und Weiler) des Hochstifts Paderborn. 1179 begegnet uns der Name Amerungen erstmals in den Urkunden. Der Ort besaß eine Gerichtsstätte, einen sogenannten Freistuhl, der sich auf dem Lindenhof befand. Zuletzt wurden 1611 die Herren von Calenberg mit diesem Freistuhl belehnt. Der Weiler Amerungen ging wohl bereits im 14. Jahrhundert unter. Verschiedene Grundherren teilten sich fortan den Landbesitz. Nur der Lindenhof und die Kirche scheinen etwas länger Bestand zu haben. Letztere wird noch 1430 erwähnt; danach ist auch sie wohl zerfallen, wie sich aus der Widmung über der Tür der neuen Kapelle schließen läßt. Im 19. Jahrhundert bestand in Amerungen für wenige Jahre neben der Kapelle eine Einsiedelei. Die Ambrosiuslinde an der Chaussee nach Lichtenau erinnert an den letzten Eremiten.