Kirche St. Kilian, Lichtenau


Die Lichtenauer Pfarrkirche hat eine geradezu ideale Lage. Sie stellt eine Krönung des Stadtbildes da. Der Turm der Kilianskirche wurde von vornherein so gebaut, daß er mit dem die Kirche umgebenden Platz, der als Abschluß eine schützende Mauer erhielt, im Notfalle zugleich letzte Zufluchtsstätte sein konnte. Mehr als 43 Meter erhebt sich der Turm über die Erde und wirkt deshalb noch wuchtiger, weil er auf einer sanften Erhöhung erbaut ist. Die Tür an der Südseite ist erst nach dem großen Brand von 1721, dem auch der Dachstuhl mitsamt den Glocken zum Opfer fiel, geschaffen worden. Seine jetzige Bedachung, ein an der Ost- und Westseite etwa bis zur Hälfte abgewalmtes Satteldach, erhielt der Turm ebenfalls nach dem Brand. Die Kupferbedachung ist neueren Datums und stammt aus dem Jahre 1931. Zusammen mit Chor und Turm beträgt die Länge der Kirche 37,60 m bei einer Breite von 13,80 m. Der landschaftlichen Eigenart entsprechend hat man bei der Lichtenauer Pfarrkirche das System der Hallenkirche mit drei gleich hohen Schiffen angewandt. Man sieht im Mittelschiff vor der Orgel eine große lippische Rose und im dritten Felde des
linken Seitenschiffes vor dem Seitenaltar eine silberne Leiter auf blauem Grund, das Wappen der Familie von Oeynhausen, die seit 1430 auf dem Gut Sudheim ansässig war. Der Schlußring des Mittelschiffgewölbes vor dem Chor trägt in gotischen Buchstaben die Inschrift: ANNO DMI MCCCCLXXXIII = im Jahre des Herren 1483. In diesem Jahr hat das Innere der Kirche nach einem Brand seine endgültige Ausgestaltung erfahren. An das Mittelschiff schließt sich im Osten in gleicher Breite und Höhe ein quadratischer Chorraum an, dessen Kreuzgewölbe auf Eckdiensten ruht. Die Nordwand des Chores weist eine Mauernische auf, die durch eine handgeschmiedete Eisentür verschlossen ist. In ihr wurden vor dem Sakristeianbau kirchliche Gefäße und Reliquien aufbewahrt.

Kirche St. Kilian Kirche St. Kilian