Mittelalterliche Stadtwüstung, Blankenrode

Die wohl prägnanteste Stadtwüstung Mitteleuropas liegt in der Nähe der jetzigen Lichtenauer Ortschaft Blankenrode. In der Mitte des 13. Jahrhunderts n. Chr. wurde auf dem Bergsporn der Südegge die Grenzfestung "Blankenrode" erbaut. Fürstbischof Simon I. von Paderborn und der Abt des Klosters Corvey wollten mit dieser Burgstadt ihren Einflußbereich gegenüber dem Grafen von Waldeck abgrenzen. Durch die Stadt führte der alte Königsweg von Westen nach Osten. Heute heißt er "Warburger Weg". Ein doppelter Mittelwall teilte die Burgstadt: Im Westteil wohnten die Ackerbürger und Handwerker, Ritter und Burgmannen im Ostteil. Die starke Rundbefestigung auf der Berghöhe war das sicherste Bauwerk der Stadt. Dort wohnte der Burgvogt. Im Jahre 1321 n. Chr. wurden die Blankenroder Stadträte, ein Stadtrichter und auch das Stadtsiegel erwähnt. Die Stadt selbst war als Grenzfestung oft umkämpft, teilweise zerstört, wieder aufgebaut und verstärkt worden. 1390 wurde Blankenrode in den Kriegswirren der "Bengeler Fehde" vollständig niedergebrannt und verwüstet.